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Die
Zeitkapsel
Im Gepäck der
Bürgergruppe aus Barking and Dagenham, die im Sommer 1999 Witten
besuchte, befand sich ein ungewöhnliches Geschenk: eine Zeit-Kapsel.
Der englische Zweig des Barking-and-Dagenham / Witten-Clubs trug damit
eine sehr britische Tradition an die Ruhr. Ähnlich wie bei uns die
Metalröhren in Grundsteinen großer Gebäude enthalten solche
Kapseln aktuelle Zeit-Dokumente wie Münzen oder Zeitungen vom Tage.
Doch sie bleiben nicht für unbestimmte Jahre verborgen in einer Mauer,
bis zufällig jemand bei Umbauten auf sie stößt, sondern
ihr Auftauchen ist vorprogrammiert - oft nach Vollendung eines Jahrhunderts.
Die Metallröhre, die der englische Vorsitzende Len Collins im Diakonissen-Mutterhaus
in die Obhut von Bürgermeister Klaus Lohmann und Vorsitzendem Rolf
Ostermann gab, wird nicht unter Stein und Mörtel verschwinden, sondern
soll im Rathaus für jeden sichtbar bleiben. Drei Schlösser sichern
den Behälter, Collins, Lohmann und Ostermann verwahren jeder einen
der Schlüssel.
Erstmals sollen die Schlösser 2029 geöffnet werden, 50 Jahre
nach der Unterzeichnung des Partnrschaftsvertrages zwischen Witten und
Dagenham. Dann besteht die Möglichkeit, den Inhalt aktuell zu ergänzen
und für ein weiteres halbes Jahrhundert unter Verschluss zu nehmen.
Aus Barking and Dagenham ruhen sieben Fotos von wichtigen Partnerschafts-Ereignissen
in der Metallröhre, eine Vereins-Mitgliederkarte ist dabei, Zeitungen,
Münzen, Stadtplan und ein Stadt-Video. Witten steuerte ebenfalls
ein Videoband bei, ein Panoramabild von Davide Bentivoglio, vom Helenenturm
aufgenommen nach einem Vorbild von 1885. Auch ein Stück Kohle aus
dem Muttental und ein aktuelles Foto von der Übergabe der Kapsel
fanden Platz in dem Behälter.
Im Oktober 2000 revanchierte sich der Wittener Club mit einer Zeitkapsel
für Barking and Dagenham (Bild). Schon äusserlich macht sie
klar, dass es um symbolischen Wert geht. Sie hat die Form einer Zwiebel
und erinnert damit an die Traditionskirmes Wittens und den einst bedeutenden
Zwiebelmarkt. Der Wittener Künstler Lutz Quambusch hatte die Form
aus Kupferblech getrieben. Diesmal fanden unter anderem ein Film über
Witten im Jahr 2000 und die Chronik der Partnerschaftsgeschichte von Arthur
Durrent Beachtung bei den Vereins-Historikern. Auch eine auf CD gebrannte
Internet-Präsentation Wittens wird nach 30 Jahren wieder zum Vorschein
kommen.
Fotos:
Zeitkapsel-Übergabe in B&D 2000.
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